M = Montessori
Q = Qualitäts
S = Siegel
MQS ist ein Zertifizierungsverfahren für Montessori Gruppen und Montessori Einrichtungen im Kindergartenbereich.
Das MQS ersetzt kein trägerspezifisches Qualitätsentwicklungs Verfahren, sondernkann dieses ergänzen. Es stellt durch neutrale Begutachtung sicher, dass in der betreffenden Gruppe bzw. Einrichtung die Basis - Voraussetzungen für die Montessori Pädagogik gegeben sind und nach der Montessori Methode gearbeitet wird.Es dokumentiert nicht, wie g u t die pädagogische Arbeit ist.
Vorläufer des MQS waren die Montessori Kriterien für Kinderhäuser und Grundschulen aus dem Jahre 2000, die von der Standardkommission zusammengestellt wurden. Auf dieser Grundlage hat ein internationales Team Inhalte und Verfahrensweisen des MQS entwickelt. Mitgearbeitet haben Dozentinnen, Leiterinnen und Erzieherinnen von Montessori Einrichtungen mit sehr viel Praxiserfahrung.
Das Team umfasste Mitglieder aus Österreich und Deutschland.
Verantwortet wird das MQS von der
Deutschen Montessori Gesellschaft e.V.
und von der Österreichischen Montessori Gesellschaft e.V..
- Ich kann mich selber in meiner Arbeit überprüfen, weiterentwickeln und an anerkannten Standards messen. Solche Standards gab es bisher in dieser fachlich gesicherten Form in Deutschland nicht.
- Der Träger bekommt eine Bestätigung, dass seine Einrichtung der Montessori Qualität entspricht.Bisher kann sich jeder diesen Titel ohne Möglichkeit der Überprüfung selbst verleihen.
- Staatliche und kommunale Behörden erhalten eine klare Klassifizierung für eine Montessori Einrichtung bzw. Gruppe.
- Eltern verfügen über eine objektive Orientierung bei ihrer Suche nach Montessori Einrichtungen.
- Das MQS stellt eine öffentliche Anerkennung für die Pädagoginnen dar, die das MQS erworben haben.
- Vorbereitete Umgebung : Innerer Raum
- Vorbereitete Umgebung : Äußerer Raum
- Vorbereitete Umgebung : Material
- Montessori Pädagogin
- Montessori - Gruppe und Tagesablauf
- Zusammenarbeit mit Eltern
- Freie Wahl der Arbeit
- Kooperation und soziale Partizipation
- Beobachtungsbögen zu Sensiblen Phasen, Polarisation der Aufmerksamkeit und Entwicklungsstufen
- Basismaterialien in einer Montessori Gruppe
Das MQS enthält zwei Teile:
- einen Dokumentationsteil, den die Einrichtung oder Gruppe schriftlich ausfüllt und
- einen Beobachtungsteil, der von einer Gutachterin vor Ort durchgeführt wird.
- Die Gutachterin ist für Begutachtung geschult und führt diese auch durch. Sie berät nicht, sondern erläutert ihre Beobachtungsergebnisse gegenüber der Gruppenerzieherin oder der Leitung.
- Eine Montessori Beraterin begleitet die Pädagoginnen der Einrichtung oder Gruppe in einem Prozess. Das kann länger oder kürzer, Projekt bezogen oder umfassend angelegt sein.
- Eine Gutachterin kann durchaus auch als Beraterin tätig sein, aber nie in der Gruppe oder Einrichtung, in der sie Gutachtertätigkeit ausübt.
Zwei Jahre, dann muss es erneut beantragt werden.
Die Kosten des MQS setzen sich zusammen aus:
- dem Honorar für die Begutachtung vor Ort,
- der Pauschale für die komplette Bearbeitung in der Geschäftsstelle bis zur Erstellung der MQS-Urkunde und
- den anfallenden Fahrtkosten und Spesen.
In Deutschland bei der Geschäftsstelle der Deutschen Montessori Gesellschaft e.V. in Wiesbaden und in Österreich bei der Geschäftsstelle der Österreichischen Montessori Gesellschaft e.V. in Wien.
Der Start erfolgt bundesweit im November 2004.
R. Völkel, Juni 2004
Inhalt mit freundlicher Genehmigung der Deutschen Montessori Gesellschaft e.V.
Qualitätssicherungsmodell für die Primarstufe an Montessori-Schulen
MDD, Montessori-Vereinigung und DMG haben im Frühjahr 2005 eine Zusammenführung der Qualitätsentwicklungsaktivitäten der verschiedenen MDD-Mitglieder unter den Fittichen des Dachverbandes angeregt.
Eine Arbeitsgruppe hat seitdem ein QS-Modell erarbeitet, das der Jahreshauptversammlung am 7.5.2006 vorgestellt wurde. Ziel des Modells ist es, die Aufrechterhaltung und Verbesserung der Montessori-Standards in der Primarstufe strukturell abzusichern. Zusätzlich soll die Qualität der Bildungs- und Erziehungsarbeit an Montessori-Schulen gegenüber Eltern, Trägern, Aufsichtsbehörden und interessierter Öffentlichkeit nachgewiesen und transparent gemacht werden.
Das Modell beinhaltet einen Katalog von Qualitätskriterien, die Struktur einer Eigendokumentation pro Klasse bzw. Einrichtung sowie Verfahrensvorschläge für die (optionale) externe Begutachtung bzw. Zertifizierung von Einrichtungen.
Das QS-Verfahren des LV Berlin-Brandenburgs, das auf Peer Evaluation basiert, wurde strukturell einbezogen, auch wenn die jeweiligen Kriterienkataloge noch nicht abgeglichen werden konnten.
Das Modell soll, nach vielfältiger Abstimmung, bei der MDD-MV im März 2007 verabschiedet werden. Danach sind Erprobungen in Hessen und in Österreich geplant. Die Arbeitsgruppe wurde zu einem festen Ausschuss Primarstufe des Arbeitskreises etabliert, von Herrn Ulrich Pieper und Dr. Jörg Boysen geleitet.